Frühe Sprachbildung weiter stärken und fördern

Gesamtkonzept Durchgängige Sprachbildung in Freiburg 2030

Sprache und sprachliche Bildung ist für die erfolgreiche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Bereits 2012 hat die Stadtverwaltung daher zu diesem Thema eine Steuerungsgruppe gebildet, die sich aus verschiedenen beteiligten Ämtern und Institutionen zusammensetzt. Diese unterstützt mit einem ganzen Maßnahmenpaket die Sprachbildung an Freiburger Kindertagesstätten und Grundschulen. Um die erfolgreiche Arbeit aller Beteiligten auch in Zukunft zu gewährleisten, hat die Steuerungsgruppe jetzt das „Gesamtkonzept Durchgängige Sprachbildung in Freiburg 2030“ vorgelegt und im Doppelhaushalt 2019/20 eingebracht. Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik betont die Notwendigkeit dieses Maßnahmenpaketes: „Damit Kinder und Jugendliche Aussicht auf ein erfolgreiches und erfülltes Leben haben, müssen wir alles tun, um ihre Fähigkeit zur mündlichen Verständigung und ihre Lese- und Schreibkompetenz zu stärken. Sonst werden sie es schwer haben, einen qualifizierten Schulabschluss zu erreichen und auch ihre gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten werden erheblich eingeschränkt.“

Drei Kinder in den Stadtteilen Landwasser und Zähringen werden in ihrem Alltag in der Krippe, in der Kita und in der Grundschule begleitet.

Ein Programm der Stadt Freiburg, der freien Träger, der staatlichen Schulverwaltung und der Pädagogischen Hochschule.


Der im November 2017 vorgelegte 4. Freiburger Bildungsbericht dokumentiert, dass im Bereich der Sprachbildung und Sprachförderung am Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule weiterhin Handlungsbedarf besteht. Zum einen hatte im Schuljahr 2015/2016 fast jedes dritte Kind in der 1. Klasse an Freiburger Schulen einen Migrationshintergrund. Zum anderen wurde im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen 2014 bis 2016 in Freiburg bei etwa jedem vierten Kind ein intensiver Sprachförderbedarf nachgewiesen.
Zentraler Baustein im Gesamtkonzept sind die sogenannten Modellverbünde, mit deren Gründung Freiburg bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen hat. 2015 starteten die ersten beiden Verbünde in Landwasser und Zähringen. In einem Verbund kooperieren alle Einrichtungen, die sich um die Kinder kümmern, wie Kitas, Grundschulen, Tagespflege, aber auch Kinderärzte, Erziehungsberatungsstellen, Schulkindbetreuung und viele andere mehr. Für die Leitungs- und Fachkräfte dieser Einrichtungen werden institutionsübergreifende Fortbildungen angeboten. Es geht darum, Alltagssituationen zu nutzen und zu schaffen um Kinder zu einer angemessenen und guten Sprache zu animieren. Folge und auch Zweck dieser gemeinsamen Fortbildungen ist, dass sich alle im Stadtviertel besser kennenlernen und miteinander abstimmen. Ziel ist es nun bis 2030 nach und nach in allen Freiburger Stadtteilen flächendeckend solche Kooperationsverbünde aufzubauen. Der erste weitere Verbund ist in Weingarten geplant.
Ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts sind Fachkräfte, die im Bereich sprachliche Bildung in den Kitas und Grundschulen mitarbeiten. Die Sprachfachkraft soll Lehrerinnen, Schulsozialarbeiter und Betreuungskräfte bei ihrer pädagogischen Arbeit für Sprache sensibilisieren. Dieses Angebot gab es bisher nur in Kitas. Als erste Schule soll nun die Albert-Schweitzer-Grundschule mit einer solchen zusätzlichen Fachkraft über einen freien Träger ausgestattet werden.
Vorgesehen ist zudem die kontinuierliche finanzielle Förderung und Ausweitung des sogenannten Rucksack-Programms, ein Sprach- und Elternbildungsprogramm, das sich bereits bewährt hat. An 8 Kitas und neuerdings 4 Grundschulen wird das Programm für Kinder und deren Eltern mit und ohne Migrationshintergrund durchgeführt. Es erweist sich als besonders wertvoll für den nahtlosen Übergang von der Kita in die Schule und wird von der Stadt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Freiburg umgesetzt. Das Besondere dieses Programms ist die Förderung der Sprachentwicklung der Kinder unter Einbeziehung der Eltern in diese Arbeit. Mehrsprachigkeit wird dabei als wichtige Ressource angesehen. Es werden Bildungs- und Erziehungsthemen besprochen, Exkursionen gemacht und gemeinsame Aktionen mit den Kindern durchgeführt. Ein weiteres, auch schon bewährtes Programm heißt „Erzählen, Zuhören, Weitererzählen (EZW)“ und dient der Erweiterung der Sprach- und Erzählkompetenz. Professionelle Erzählerinnen erzählen an Grundschulen mit hohem Migrationsanteil Kindern der ersten Klassen einmal wöchentlich Märchen. Diese Märchen erzählen die Kinder nach, bevor sie einer neuen Geschichte lauschen. Dieses Programm soll nun auf einzelne Kitas übertragen werden.

Bildnachweis: Kommunikation & Medien e.V.



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