Nummernkontrolle gefällig?

Wenn die numerische Steuerung zur Nummernkontrolle wird

Unternehmen sparen gerne. Das ist nicht wirklich neu, werden Sie jetzt sagen. Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Merkwürdig ist jedoch, dass auch dann gespart wird, wenn es kontraproduktiv für das Unternehmen ist. Man handelt nach Vorgaben, die gelegentlich absurde Resultate hervorbringen.

So spart aktuell ein großes deutsches Traditionsunternehmen an den Honoraren der freien Mitarbeiter für Sprachkurse und Übersetzungen. Es zählt nicht die Fachkompetenz des einzelnen Trainers oder Übersetzers. Es zählt nur der Preis. Und dieser wird im Zeitalter der Globalisierung über das Internet bestimmt.

So kann es gelegentlich zu kleinen Übersetzungsfehlern kommen, die im günstigsten Fall zur Belustigung von Kunden und Konkurrenten beitragen.

Ein japanischer Motorradhersteller bat seine Kunden um „langsames und vorsichtiges Lesen“ der Betriebsanleitung vor Fahrtantritt. Das richtete zwar keinen Schaden an, konnte aber die geplante Abfahrtszeit um einiges verzögern.

Ein Engländer versuchte verzweifelt herauszufinden, was der Übersetzer einer Reparaturanleitung mit der Bezeichnung „Inside-Six-Corner-Key“ meinte. Erst als er sich die Schrauben an der Maschine ansah, wusste er, dass ein Inbusschlüssel – auch Innensechskantschlüssel genannt – gemeint war.

Für große Belustigung sorgte auch ein Prospekt auf der Hannover Messe. Ein Übersetzungsfehler machte aus einer numerischen Steuerung eine „Nummernkontrolle“.
Numerical Control = Nummernkontrolle, das klingt irgendwie logisch, oder?

Ähnlich verhält es sich mit der Übersetzung von Taille ins Englische. Anstatt Waist wird gerne Tail übersetzt, weil das für deutsche Ohren stimmiger klingt.
Und so fragte eine deutsche Sprachschülerin in einer Boutique im vornehmen Londoner Stadteil Nottinghill die Verkäuferin von Boxershorts: „for which tail is it?“ Man konnte der erröteten Verkäuferin ansehen, dass sie auf eine derartige Frage nicht vorbereitet war.

Wichtige Informationen lieber nicht von einer Software übersetzen lassen. Es könnte sonst so lauten:
„ Günstige Alternative zum lizenzierten Droge sagt für Behandlung von Augenerkrankungen ähnliche Nebenwirkungen hat neuen XY-Review“.

Sollten Menschen allerdings durch gravierende Übersetzungsfehler, z. B. in einer Bedienungs- oder Gebrauchsanweisung, größeren Schaden nehmen, ist schnell Schluss mit Lustig. Nicht nur für die betroffenen Kunden, auch für den Hersteller.

Nach dem Motto „schlimmer geht immer“ könnte man sich auch ausmalen, was wäre wenn … die Sicherheitsanweisungen für ein Atomkraftwerk unverständlich oder gar falsch übersetzt wären. Oder im Falle eines Störfalls schnelles Handeln notwendig wäre und die Handlungsanweisungen aus Kostengründen von einem Sprecher mit Oettinger-Slang (https://www.youtube.com/watch?v=-RrEQ8Ovw-Q) angesagt würden.

Money, Money, Money –
It’s a seamen’s world !

Ria Hinken

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