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Erziehungswissenschaftler Matthias Nückles fordert eine umfassendere Medienbildung für Lehrer und Schüler

Bildschirm eines SmartphonesNicht wenige Klassenzimmer von heute sehen ganz anders aus als noch vor 30 Jahren. Statt einer grünen Tafel steht vorne ein weißes Smartboard, Lehrerpult und Schülertische sind mit Laptops oder Tablets ausgestattet. Internetrecherchen zu bestimmten Themen sind inzwischen ebenso möglich wie das virtuelle Sezieren von Fröschen im Biologieunterricht. „Wichtig dabei ist, dass die Lehrkräfte Bescheid wissen, welche Möglichkeiten diese neuen Werkzeuge oder Tools in Bezug auf das Erreichen bestimmter Lernziele bieten können, worin also der spezifische Mehrwert des Einsatzes digitaler Werkzeuge im Unterricht konkret bestehen kann“, betont Matthias Nückles, Professor für Empirische Unterrichts- und Schulforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Zwar sei guter Unterricht auch ohne Computer möglich, da diese neuen Werkzeuge aber nun zur Verfügung stünden und auch im Alltag eine große Rolle spielten, sei es wichtig, den richtigen Umgang damit zu lernen. Es seien bestimmte Fertigkeiten nötig, um richtig im Internet recherchieren zu können. „Dazu gehört vor allem, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, die Herkunft und Qualität von Daten und Internetquellen zu erkennen und zu bewerten, um die Informationen richtig einordnen zu können“, sagt Nückles und fügt hinzu: „In Deutschland werden meines Erachtens diese Kompetenzen an den Schulen zu wenig gelehrt.“ Die Lehrerinnen und Lehrer seien dafür nicht ausreichend ausgebildet. Studien zeigen, dass die meisten Schüler sich ihr Computerwissen vorwiegend an den heimischen Rechnern aneignen.

„Dabei ist Medienbildung eine wichtige Querschnittkompetenz, für deren Erwerb in der universitären Lehrerausbildung leider zu wenige Lerngelegenheiten bestehen. Vermutlich werden die Lehrer in dieser Hinsicht auch in Zukunft zu wenig ausgebildet“, resümiert Nückles. Eine Zwickmühle, denn zu den Kernaufgaben der Schule gehöre es, den Heranwachsenden den vernünftigen Umgang mit den neuen Medien beizubringen.

Prof. Dr. Matthias Nückles ist seit 2009 am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Freiburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem die Erforschung von Kernkompetenzen des Unterrichtens wie das Geben von Erklärungen und Diagnostizieren von Lernprozessen, die kognitive und motivationale Selbstregulation beim Lernen sowie das Lernen durch Schreiben von Lerntagebüchern.

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