Helen Frankenthaler im Kunstmuseum Basel

Eine beeindruckende Ausstellung, die tief berührt

Frankenthaler ist die wegweisende Künstlerin des abstrakten Expressionismus


18.4. – 23.8.2026, Kunstmuseum Basel | Neubau
Kuratorin: Anita Haldemann

Frankenthaler, Helen, 1964-1989, undated. Das Gemälde zeigt die Künstlerin in ihrem Atelier.
Frankenthaler, Helen, 1964-1989, undated


Mehr als fünfzig Werke aus sechs Jahrzehnten geben in der Sonderausstellung Helen Frankenthaler im Kunstmuseum Basel einen eindrucksvollen Einblick in das Schaffen einer der wichtigsten Künstlerinnen der US-amerikanischen Abstraktion. Frankenthalers farbintensive, meist großformatige Gemälde lassen die Ausstellungsräume erstrahlen und ziehen die Besuchenden in ihren Bann. Bei der umfassenden Werkschau handelt es sich um die bislang größte Ausstellung ihrer Malerei in Europa und ihre erste institutionelle Einzelausstellung in der Schweiz. Als wegweisende Künstlerin des abstrakten Expressionismus nimmt Helen Frankenthaler (1928–2011) eine zentrale Stellung in der US-amerikanischen Nachkriegskunst ein. Mit ihrer Soak-Stain-Technik revolutionierte sie die abstrakte Malerei und gab den entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Farbfeldmalerei ab Mitte der 1950er Jahre in den USA. Ein besonderer Fokus der Ausstellung im Kunstmuseum Basel liegt auf ihrer intensiven und das gesamte Œuvre durchziehenden Auseinandersetzung mit kunsthistorischen Vorbildern vom 15. bis 20. Jahrhundert, von denen einige erstmals neben den Werken der Künstlerin gezeigt werden. Diese Gegenüberstellung erweitert das Verständnis für die abstrakten Bilder Frankenthalers.

Die Soak-Stain-Technik wird auf diesem Bild erklärt. Sie revolutionierte sie die abstrakte Malerei und gab den entscheidenden Impuls für die Entwicklung der Farbfeldmalerei

Im Alter von nur 23 Jahren veränderte Frankenthaler mit ihrer innovativen Soak-Stain-Technik die moderne Malerei: Mit verdünnter Farbe schuf sie auf ungrundierter Leinwand, die sie auf dem Boden auslegte, Kompositionen von enormer Leuchtkraft – oft in großem oder sogar monumentalem Format. Sie bearbeitete die Farbe von allen Seiten mit Schwämmen, Schabern, Haushaltsbürsten und anderen Werkzeugen. So erreichte sie, dass die Leinwand die Pigmente aufsog, was besondere Effekte bewirkte, weil Stoff und Farbe eins wurden. Obwohl Frankenthaler dem Zufall im Malprozess viel Raum ließ, bewahrte sie ein ausgeprägtes Bewusstsein für Balance und Struktur. Ihre Werke bestechen durch einen lyrischen Umgang mit Farbe und mutige kompositorische Entscheidungen.

2024 fand Frankenthalers beeindruckendes Gemälde Riverhead (1963) Eingang in die Sammlung des Kunstmuseums. Durch das großzügige Geschenk der Helen Frankenthaler Foundation konnte eine wesentliche Lücke in der Sammlung US-amerikanischer Kunst geschlossen werden. Zugleich gab es dem Museum den Impuls, diese umfassende Ausstellung zu entwickeln.

https://kunstmuseumbasel.ch

Publikation

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Anita Haldemann und Karen Wilkin sowie einer reich bebilderten Biografie von Amanda Kopp-Kempinski. Er gibt Einblicke in Frankenthalers Schaffen und Leben, ihre Reisen und ihre künstlerischen Inspirationen und enthält eine Auswahl grossformatiger Abbildungen, denen teilweise die kunsthistorischen Vorbilder gegenübergestellt sind.

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