Dokumentationszentrum Nationalsozialismus sucht nach Kindern aus während der NS-Zeit „verbotenen Beziehungen“

Die Ausstellung „trotzdem da! Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen
Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen“ ist vom 8.
September 2027 bis zum 30. Januar 2028 im Dokumentationszentrum
Nationalsozialismus (DZNS) der Museen Freiburg zu sehen.
Die von der Gedenkstätte Lager Sandbostel in Niedersachsen konzipierte
Wanderausstellung erzählt die Lebensgeschichten von Kindern aus
sogenannten verbotenen Beziehungen: Mindestens ein Elternteil wurde im
Nationalsozialismus als Zwangsarbeiter*in oder Kriegsgefangener nach
Deutschland verschleppt, der andere Elternteil galt als Deutsche*r. Diese
Beziehungen und daraus folgende Schwangerschaften wurden vom NS-
Regime hart verfolgt und bestraft, oft mit KZ-Haft und Todesstrafen.
Viele der Kinder aus „verbotenen Beziehungen“ wurden nach der Geburt von
ihren biologischen Eltern getrennt, wuchsen in anderen Familien auf, lernten
ein oder beide Elternteile nie oder erst spät kennen. Manche erlebten auch
nach 1945 Ausgrenzung und Diskriminierung. Ihre Geschichten erhielten in
der Forschung und Erinnerung an die NS-Verbrechen bisher nur wenig
Aufmerksamkeit.
Für das Freiburger Ausstellungs-Projekt sollen Geschichten von Menschen
aus Freiburg und Südbaden ergänzt werden. Dazu sucht das Team des
DZNS Menschen, die beim Projekt unterstützen können: Kinder oder
Enkelkinder aus Freiburg und der Region, die aus „verbotenen Beziehungen“
stammen – das heißt, Menschen, bei denen mindestens ein Eltern- oder
Großelternteil im Nationalsozialismus als Zwangsarbeiter*in oder
Kriegsgefangener nach Deutschland verschleppt wurde. Der andere Eltern-
oder Großelternteil war Deutsche*r. Wer die eigene Geschichte erzählen oder
den Fall anhand von Dokumenten und Fotos teilen möchte, kann sich gerne
unverbindlich und schriftlich melden:
per Mail an dzns@freiburg.de oder telefonisch bei Projektleiterin Caroline Klemm
nter 0761 201-2754 (Montag von 9 bis 11 Uhr).
Die Abgabe von Dokumenten und Objekten bzw. ein Gespräch ist nur nach
vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Das DZNS geht mit allen Informationen vertraulich um. Erst nach expliziter
Prüfung und Zustimmung ist eine potentielle Veröffentlichung und ggf.
Beteiligung im Rahmen der Sonderausstellung und Vermittlung möglich.
Auch anonyme Berichte können hilfreich sein.







