Aufruf zur kommenden Sonderausstellung „trotzdem da!“


Dokumentationszentrum Nationalsozialismus sucht nach Kindern aus während der NS-Zeit „verbotenen Beziehungen“

Das Bild wirft einen Blick in die Ausstellung "trotzdem da! im NS-Dokumentationszentrum Freiburg. Ausstellungsansicht „trotzdem da“, Foto: Michael Kohls
Ausstellungsansicht „trotzdem da“, Foto: Michael Kohls

Die Ausstellung „trotzdem da! Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen

Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen“ ist vom 8.

September 2027 bis zum 30. Januar 2028 im Dokumentationszentrum

Nationalsozialismus (DZNS) der Museen Freiburg zu sehen.

Die von der Gedenkstätte Lager Sandbostel in Niedersachsen konzipierte

Wanderausstellung erzählt die Lebensgeschichten von Kindern aus

sogenannten verbotenen Beziehungen: Mindestens ein Elternteil wurde im

Nationalsozialismus als Zwangsarbeiter*in oder Kriegsgefangener nach

Deutschland verschleppt, der andere Elternteil galt als Deutsche*r. Diese

Beziehungen und daraus folgende Schwangerschaften wurden vom NS-

Regime hart verfolgt und bestraft, oft mit KZ-Haft und Todesstrafen.

Viele der Kinder aus „verbotenen Beziehungen“ wurden nach der Geburt von

ihren biologischen Eltern getrennt, wuchsen in anderen Familien auf, lernten

ein oder beide Elternteile nie oder erst spät kennen. Manche erlebten auch

nach 1945 Ausgrenzung und Diskriminierung. Ihre Geschichten erhielten in

der Forschung und Erinnerung an die NS-Verbrechen bisher nur wenig

Aufmerksamkeit.

Für das Freiburger Ausstellungs-Projekt sollen Geschichten von Menschen

aus Freiburg und Südbaden ergänzt werden. Dazu sucht das Team des

DZNS Menschen, die beim Projekt unterstützen können: Kinder oder

Enkelkinder aus Freiburg und der Region, die aus „verbotenen Beziehungen“

stammen – das heißt, Menschen, bei denen mindestens ein Eltern- oder

Großelternteil im Nationalsozialismus als Zwangsarbeiter*in oder

Kriegsgefangener nach Deutschland verschleppt wurde. Der andere Eltern-

oder Großelternteil war Deutsche*r. Wer die eigene Geschichte erzählen oder

den Fall anhand von Dokumenten und Fotos teilen möchte, kann sich gerne

unverbindlich und schriftlich melden:

per Mail an dzns@freiburg.de oder telefonisch bei Projektleiterin Caroline Klemm

nter 0761 201-2754 (Montag von 9 bis 11 Uhr).

Die Abgabe von Dokumenten und Objekten bzw. ein Gespräch ist nur nach

vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Das DZNS geht mit allen Informationen vertraulich um. Erst nach expliziter

Prüfung und Zustimmung ist eine potentielle Veröffentlichung und ggf.

Beteiligung im Rahmen der Sonderausstellung und Vermittlung möglich.

Auch anonyme Berichte können hilfreich sein.

Über Redaktion

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