Stellen Sie sich vor, Ihr Arzt würde …..

….. Ihre vollständige Krankenakte zur Einsicht für alle in einen Schaukasten vor seiner Praxis einstellen. Würden Sie diesem Arzt auch weiterhin vertrauen? Oder würden Sie sagen, ist doch ok. Ich habe nichts zu verbergen?

Dreh dich nicht um, die Datenklauer gehen um

Könnte man die Verfolger in Sachen Datenklau sehen, würden wir uns besser schützen. Da sie unsichtbar sind, vergessen wir nach großen Datenskandalen allzu leicht wieder, dass sie ständig hinter unseren Daten her sind.

Aktuell warnen Politiker vor allzu sorglosem Umgang mit wichtigen Unternehmensdaten. Das neue Zauberwort heißt „IT-Sicherheit“. Stromversorger, Krankenhäuser, die Bahn, Fluggesellschaften und andere wichtige Dienstleister, Firmen und Einrichtungen müssen mehr für ihre IT-Sicherheit tun, lautet die neueste Erkenntnis der Bundesregierung. Ein neues Gesetz soll dafür sorgen. Es ist sogar eine Meldepflicht für Hackerangriffe vorgesehen.

Weiterlesen

Wozu noch Datenschutz? Ich habe nichts zu verbergen …..

… lautet nicht selten auch in Talkshows das Credo junger Leute. Einer davon ist Dr. Jan Böhmermann, ZDFneo, am 29. Oktober 13 bei Markus Lanz.

Das Volk der Schnäppchenjäger nimmt es beim Datenschutz nicht so genau – Hauptsache es kostet nichts

Hierzulande ist es etwas ruhig um den Datenschutz geworden. Der Bundestagswahlkampf ließ kaum Spielraum für andere Themen. Nun, da die FDP ganz ausgeschieden ist, und die Grünenspitze den schnellen Rückzug angetreten hat, können wir uns vielleicht bis zu den beginnenden Koalitionsverhandlungen mal wieder dem Datenschutz – insbesondere dem Patientendatenschutz – zuwenden.

Am 1. September 2013 konnte man in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter der Überschrift „Generation Whatsapp“ lesen, dass rund 300 Millionen Menschen mit Whatsapp kommunizieren.

Längst ist bekannt, dass Whatsapp in Sachen Datenschutz kein leuchtendes Vorbild ist. Den Usern scheint dies aber völlig egal zu sein. Hauptsache kostenlos. Es ist nicht neu, dass scheinbar „kostenlos“ eine andere Form der Bezahlung zur Folge hat: Man bezahlt mit seinen Daten. In diesem Fall zahlen Freunde, Bekannte und andere, deren Daten in den Handys von Whatsapp-Usern gespeichert sind gleich mit. Gefragt werden sie allerdings nicht, ob sie das wollen.

Und damit die geneigten F.A.S Leser, die vielleicht noch Bedenken haben Whatsapp zu nutzen, diese schnell über Bord werfen können, kommen nicht nur junge Leute zu Wort, die sagen, dass Facebook längst nicht mehr cool sei, sondern auch gestandene Persönlichkeiten wie Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Montgomery verschickt 10 bis 20 Nachrichten pro Tag, teilt er mit. Und damit auch alle gleich wissen, um wen es sich bei Frank Ulrich Montgomery handelt, zeigt sein Status eine Spritze, einen Krankenwagen und 2 Tatzen. Und nach eigenen Angaben kommuniziert er in langweiligen Sitzungen auch mit Kollegen über Whatsapp. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Montgomery Whatsapp auch beruflich nutzt. Um welche Art Kollegen es sich dabei handelt, erfährt man in diesem Artikel nicht. Das wissen nur diejenigen, die die Daten von Whatsapp auslesen.

An dieser Stelle darf der geneigte Leser sich gerne fragen, ob vielleicht der eine oder andere seiner Ärzte auch über Whatsapp kommuniziert, und wie es dann um den Patientendatenschutz bestellt ist.

Es gibt natürlich noch viel mehr Beispiele, die zum Nachdenken anregen.

Die Berliner Charité speichert Röntgenbilder so ab, dass Ärzte diese über ein Tablet abrufen können. So haben sie die Röntgenbilder auch bei der Visite am Krankenbett dabei. Die Übertragung erfolgt über WLAN. Ein verschlüsseltes System, das bis vor Kurzem noch als sehr sicher gelten konnte. Nun, da man weiß, dass NSA und andere Geheimdienste auch diese Verschlüsselungen knacken können, ist der Patientendatenschutz zumindest gefährdet.

Die Charité geht aber noch einen Schritt weiter. Bei neurochirurgischen Eingriffen wird mit einer App navigiert. Laut Pressemitteilung verspricht dies mehr Sicherheit für Patienten durch eine neue Navigationstechnologie. Mit Hilfe einer smartphone-basierten Technologie werden Chirurgen bei der Planung und Durchführung einer bestimmten neurochirurgischen Operation unterstützt. Das neuartige Verfahren hat die Charité gemeinsam mit einem Potsdamer Medizinproduktehersteller entwickelt. Noch befindet sich die Metastudie in der Durchführung, d. h. es werden noch nicht alle Eingriffe dieser Art mit Hilfe der App durchgeführt. Wie es hierbei um den Patientendatenschutz bestellt ist, konnte man der Pressemitteilung leider nicht entnehmen.

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen wir, dass Smartphones auch dann aktiv sind, wenn sie ausgeschaltet sind. Wenn jetzt diese Smartphones in den Operationssälen liegen bleiben, dann könnte dies doch bedeuten, dass weitaus mehr Daten nach „Irgendwo“ übertragen werden, als dem einzelnen Patienten u. Umständen lieb sein kann. Das gilt natürlich jetzt auch schon für Arztpraxen, wenn Patienten oder Ärzte Smartphones mit in das Behandlungszimmer nehmen.

Die Horrorvision wäre letztendlich, dass uns die Pharmaindustrie, Anbieter von Life Science, Krankenversicherungen etc. mit kostenlosen Info-Apps locken, die nur vorgeben für uns nützlich zu sein. In Wirklichkeit greifen sie unsere Daten beim Arztbesuch ab, um sie zu ihren Gunsten oder auch gegen uns zu verwenden.

Dabei können die neuen technischen Möglichkeiten viele sinnvolle Anwendungen bieten. Notrufsysteme, z. B. oder Datenabgleich bei der Vergabe verschiedener Medikamente, um so ungewollte Wechselwirkungen zu verhindern. Ältere Menschen an die Einnahme wichtiger Medikamenten erinnern. Demenzkranke mittels GPS finden, wenn diese sich verlaufen haben oder Katastropheneinsätze koodrdinieren.

Ob langfristig der Nutzen oder der Schaden für Patienten überwiegen wird, das werden wir, wenn überhaupt, erst in einigen Jahren wissen. Dann wird ein Ausstieg aus dieser Technologie jedoch nicht mehr möglich sein.

Schöne neue Welt! Patientendatenschutz ade!

Aktualisiert am 31. Oktober 2013:
Und heute schreibt die Zeit, dass Ärzte und Apotheker unsere Daten an die Pharmaindustrie verkaufen . Die IMS Data wird darüber not amused sein, pfuscht doch da jemand in ihr lukratives Geschäftsmodell.

Aktualisiert am 19.12.2013

„Die dunkle Seite von Whats App“

http://www.androidpit.de/die-dunkle-seite-von-whatsapp-nutzungsbedingungen

 

 

 

 

Kreditkartenfirmen wissen noch vor Ihren Kunden, was diese demnächst tun werden

Data unser

Wie Kundendaten die Wirtschaft revolutionieren

„Dieses Buch erzählt die Geschichte von Daten, die Unternehmen über uns sammeln und in Kundenbeziehungen nutzen. Diese Geschichte geht uns alle an – und nicht nur in unserer Rolle als Kunden. Die Revolution der Kundendaten ist Teil einer größeren. Die Digitalisierung hat nach PC und Internet gerade die dritte Zündstufe zugeschaltet.“ Prof. Dr. Björn Blochin. 

Data Unser ist in erster Linie für Unternehmen geschrieben, die bislang noch nicht wirklich die gesammelten Kundendaten effektiv nutzen. Software gibt es inzwischen reichlich. Und sie wird immer besser. Aber nicht nur Unternehmen nutzen CRM Systeme. Immer mehr NGOs und NPOs sammeln, was das Zeug hält.

Viele Organisationen haben zwar noch Schwierigkeiten, die enormen Datenmengen aus mobilen und Festnetztelefonen, mobiler Internetnutzung, technischer Netzwerkanalyse und CRM-Systemen in sinnvolle IT-Systeme zusammenzuführen, aber das ist alles eine Frage der Zeit, bis diese Probleme gelöst sind.

Interessanterweise sind es die Telekommunikationsunternehmen, die wenig optimistisch in die Zukunft sehen. Dies liegt u. a. auch daran, dass sie es nicht schaffen, ihre Kundendaten sinnvoll zu nutzen. Kurzfristiges Profitdenken verhindert langfristigen Kundennutzen.

Mancherorts werden allerdings auch, ohne jeden Sinn und Verstand, Daten willkürlich gesammelt. Es muss schon ein Nutzen für das Marketing und den Vertrieb erkennbar sein, sonst führt sich das System selbst ad absurdum. Dazu gehört neben der Datenerhebung auch die Datenpflege. Aufwand und Nutzen müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Nachdenkenswert für uns Verbraucher sind allerdings die datengetriebenen Systeme der sogenannten Gesundheitswirtschaft, meist Pharmafirmen. Da gibt es einen Markenhersteller, wie es im Buch heißt, der in einem Projekt plant, Patientenmonitoring zu betreiben und dabei nicht nur Krankheitshistorie und Verhalten zu berücksichtigen, sondern auch das Verhältnis von Arzt und Patient.

„Das Monitoring-System soll Ärzte dabei unterstützen zu erkennen, welcher Patient welche beratende bzw. psychologische Unterstützung braucht, um eine optimale Eindämmung der chronischen Krankheit hinzubekommen. Ärzte mit Bereitschaft zur Selbstverbesserung werden daraus ihre Schlüsse ziehen. Und datengetrieben zu besseren Ärzten werden.“

Bislang war ich der Meinung, dass ein guter Arzt vor allem der ist, der seine Arbeit liebt und zum Wohle der Patienten handelt. Dieser hat Zeit, kann zuhören und greift nur dann zu Medikamenten, wenn es wirklich nötig ist. Der Gedanke an einen „datengetriebenen“ Arzt jagt mir einen Schauer über den Rücken.

Schon bald soll eine Software angeboten werden, die die sozialen Netzwerke für Personalabteilungen durchforstet. Damit wäre dann nicht nur der „gläserne Kunde“, sondern auch der „gläserne Mitarbeiter“ geboren.

Wussten Sie schon, dass Kreditkartenfirmen Auskunft darüber geben können, wer sich demnächst scheiden lässt? Das ist kein Witz, das ist Realität. Deshalb bieten so viele Firmen auch Kreditkarten an, mit denen man Punkte, Meilen oder sonst was sammeln kann. So kommen sie ganz legal an unsere Daten.

Im Zeitalter des Cloudcomputing wird bald nichts mehr im Verborgenen bleiben. Lediglich in der Politik hapert es oft noch an der viel beschworenen Transparenz.

RH

„Data Unser“ von Björn Bloching, Lars Luck und Thomas Ramge hat es auf die Shortlist von getAbstract geschafft

Zum 12. Mal verlieh getAbstract den International Book Award 2012. „Data Unser“ gehört zu den besten Wirtschaftsbüchern des Jahres.

Auf einem Markt mit mehr Produkten, mehr Kunden, härterem Wettbewerb und weniger Zeit wird es immer komplexer, die Kundenbeziehung zu steigern. Im digitalen Zeitalter gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Kundendaten zu sammeln – in der neuen Welt von Big Data können Unternehmen Kundenverhalten vorhersagen, oft besser als die Kunden selbst. Doch man muss auch wissen, wie die wachsende Datenmenge intelligent genutzt werden kann. Gewinner ist, wer die richtigen Daten richtig auswerten kann, ob Großkonzerne oder Pizzalieferant.

Data unser

Wie Kundendaten die Wirtschaft revolutionieren

Björn Bloching, Lars Luck, Thomas Ramge

24,99 €, Redline Verlag

http://www.m-vg.de/redline/shop/article/2777-data-unser/

StudyMyHealth / Motivations Apps mit zusätzlichem Nutzen für Ärzte und Apotheken

Das iPhone bietet technisch neue Möglichkeiten der Datenerfassung

Die Ärzte Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe zu Wochenbeginn über die Weltpremiere der StudyMyHealth Plattform. Mit StudyMyTremor, StudyMyPerformance und StudyMyMemory gehen zunächst 3 Apps aus den Bereichen Zittern, Aufmerksamkeit und Kurzzeitgedächtnis an den Start. Mit den einfach zu bedienenden Apps können Patienten mit dem iPhone® Daten aufzeichnen, auswerten und anonym mit anderen Nutzern vergleichen. Das Konzept bezieht über ein Abosystem auch die Ärzteschaft und andere Leistungserbringer mit ein.

Ähnlich wie mit den „Tracking“ Applikationen in der Sportwelt ist es auch in der Medizin: Patienten, die selbst an der eigenen Verbesserung

Die Erfassung des menschlichen Zitterns damals und heute:

Die Erfassung des menschlichen Zitterns damals und heute:

und Entwicklung interessiert sind, zeigen eine höhere Therapietreue und sind motiviert, ihr Problem aktiv anzugehen. Auch die Motivation zur Teilnahme an Präventionsmaßnahmen lässt sich so erheblich steigern.

 

Badische Zeitung 15.11.1995, Rubrik: Forschung und Wissenschaft

Badische Zeitung 15.11.1995, Rubrik: Forschung und Wissenschaft

StudyMyTremor erfasst mit einer bisher ausschließlich im professionellen Umfeld eingesetzten Methode sehr genau das menschliche Zittern der Hand. Erstaunlich, dass heute ein iPhone® 4 mit Hardware ausgestattet ist, die vergleichbare Möglichkeiten bietet, wie eine mehrere Tausend Euro teure Labor-Messapparatur noch vor noch einigen Jahren (s. Photo unten). Patienten haben damit die Möglichkeit, für gerade einmal 2,39 Euro ihr iPhone® oder iPod® zu einer Messeinrichtung für Zittern aufzurüsten.

StudyMyPerformance ist ein zufallsgesteuerter Reaktionszeittest, dessen Ergebnisse mit der Aufmerksamkeit des Nutzers korrelieren. Die App ist besonders interessant für Menschen mit Aufmerksamkeitsdefiziten und Tagesmüdigkeit, aber auch für Menschen, in deren Alltag die Aufmerksamkeit eine besondere Rolle spielt.

StudyMyMemory bietet Tests, die das Kurzzeitgedächtnis erfassen. Bei regelmäßiger Anwendung wird auch das Erinnerungsvermögen trainiert.

Ich habe das ausprobiert. Es macht richtig Spaß.

Mit den Apps gemessene Daten können die Nutzer anonym auf die StudyMyHealth.com Website hoch laden, und dort eigene Entwicklungen und Trends als „Wissenschaft für Jedermann“ mit anderen vergleichen. So sieht man die eigenen Verbesserungen und nimmt sich manche Unsicherheit durch die Gegenüberstellung mit anderen.

Ärzte, Kliniken und Apotheken können auf der Website pro.studymyhealth.com ein Konto anlegen. Ihnen wird dann eine Gruppennummer zugeteilt, die es erlaubt, per Push-Nachricht „ihrer“ Gruppe Mitteilungen zuzusenden. Zusätzlich wird das App mit dem eigenen Logo und Kontaktdaten ausgestattet und sieht damit für Patienten und Kunden so aus, als stamme es vom eigenen Arzt oder der eigenen Apotheke. Ein einfaches, wirksames Werkzeug zur Patienten- und Kundenbindung.

„Wir öffnen Ärzten so die Appwelt und sie brauchen dafür nicht selbst hohe Summen in die Entwicklung einer App investieren“ sagte Dr. Michael Lauk gegenüber der Ärztezeitung. Derzeit ist die Pro-Website in einer Betaversion und es gibt diese Möglichkeit noch kostenlos.

Wenn die Daten hier wirklich sicher sind, dann sind das sehr nützliche Anwendungen.