Wozu noch Datenschutz? Ich habe nichts zu verbergen …..

… lautet nicht selten auch in Talkshows das Credo junger Leute. Einer davon ist Dr. Jan Böhmermann, ZDFneo, am 29. Oktober 13 bei Markus Lanz.

Das Volk der Schnäppchenjäger nimmt es beim Datenschutz nicht so genau – Hauptsache es kostet nichts

Hierzulande ist es etwas ruhig um den Datenschutz geworden. Der Bundestagswahlkampf ließ kaum Spielraum für andere Themen. Nun, da die FDP ganz ausgeschieden ist, und die Grünenspitze den schnellen Rückzug angetreten hat, können wir uns vielleicht bis zu den beginnenden Koalitionsverhandlungen mal wieder dem Datenschutz – insbesondere dem Patientendatenschutz – zuwenden.

Am 1. September 2013 konnte man in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter der Überschrift „Generation Whatsapp“ lesen, dass rund 300 Millionen Menschen mit Whatsapp kommunizieren.

Längst ist bekannt, dass Whatsapp in Sachen Datenschutz kein leuchtendes Vorbild ist. Den Usern scheint dies aber völlig egal zu sein. Hauptsache kostenlos. Es ist nicht neu, dass scheinbar „kostenlos“ eine andere Form der Bezahlung zur Folge hat: Man bezahlt mit seinen Daten. In diesem Fall zahlen Freunde, Bekannte und andere, deren Daten in den Handys von Whatsapp-Usern gespeichert sind gleich mit. Gefragt werden sie allerdings nicht, ob sie das wollen.

Und damit die geneigten F.A.S Leser, die vielleicht noch Bedenken haben Whatsapp zu nutzen, diese schnell über Bord werfen können, kommen nicht nur junge Leute zu Wort, die sagen, dass Facebook längst nicht mehr cool sei, sondern auch gestandene Persönlichkeiten wie Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Montgomery verschickt 10 bis 20 Nachrichten pro Tag, teilt er mit. Und damit auch alle gleich wissen, um wen es sich bei Frank Ulrich Montgomery handelt, zeigt sein Status eine Spritze, einen Krankenwagen und 2 Tatzen. Und nach eigenen Angaben kommuniziert er in langweiligen Sitzungen auch mit Kollegen über Whatsapp. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Montgomery Whatsapp auch beruflich nutzt. Um welche Art Kollegen es sich dabei handelt, erfährt man in diesem Artikel nicht. Das wissen nur diejenigen, die die Daten von Whatsapp auslesen.

An dieser Stelle darf der geneigte Leser sich gerne fragen, ob vielleicht der eine oder andere seiner Ärzte auch über Whatsapp kommuniziert, und wie es dann um den Patientendatenschutz bestellt ist.

Es gibt natürlich noch viel mehr Beispiele, die zum Nachdenken anregen.

Die Berliner Charité speichert Röntgenbilder so ab, dass Ärzte diese über ein Tablet abrufen können. So haben sie die Röntgenbilder auch bei der Visite am Krankenbett dabei. Die Übertragung erfolgt über WLAN. Ein verschlüsseltes System, das bis vor Kurzem noch als sehr sicher gelten konnte. Nun, da man weiß, dass NSA und andere Geheimdienste auch diese Verschlüsselungen knacken können, ist der Patientendatenschutz zumindest gefährdet.

Die Charité geht aber noch einen Schritt weiter. Bei neurochirurgischen Eingriffen wird mit einer App navigiert. Laut Pressemitteilung verspricht dies mehr Sicherheit für Patienten durch eine neue Navigationstechnologie. Mit Hilfe einer smartphone-basierten Technologie werden Chirurgen bei der Planung und Durchführung einer bestimmten neurochirurgischen Operation unterstützt. Das neuartige Verfahren hat die Charité gemeinsam mit einem Potsdamer Medizinproduktehersteller entwickelt. Noch befindet sich die Metastudie in der Durchführung, d. h. es werden noch nicht alle Eingriffe dieser Art mit Hilfe der App durchgeführt. Wie es hierbei um den Patientendatenschutz bestellt ist, konnte man der Pressemitteilung leider nicht entnehmen.

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen wir, dass Smartphones auch dann aktiv sind, wenn sie ausgeschaltet sind. Wenn jetzt diese Smartphones in den Operationssälen liegen bleiben, dann könnte dies doch bedeuten, dass weitaus mehr Daten nach „Irgendwo“ übertragen werden, als dem einzelnen Patienten u. Umständen lieb sein kann. Das gilt natürlich jetzt auch schon für Arztpraxen, wenn Patienten oder Ärzte Smartphones mit in das Behandlungszimmer nehmen.

Die Horrorvision wäre letztendlich, dass uns die Pharmaindustrie, Anbieter von Life Science, Krankenversicherungen etc. mit kostenlosen Info-Apps locken, die nur vorgeben für uns nützlich zu sein. In Wirklichkeit greifen sie unsere Daten beim Arztbesuch ab, um sie zu ihren Gunsten oder auch gegen uns zu verwenden.

Dabei können die neuen technischen Möglichkeiten viele sinnvolle Anwendungen bieten. Notrufsysteme, z. B. oder Datenabgleich bei der Vergabe verschiedener Medikamente, um so ungewollte Wechselwirkungen zu verhindern. Ältere Menschen an die Einnahme wichtiger Medikamenten erinnern. Demenzkranke mittels GPS finden, wenn diese sich verlaufen haben oder Katastropheneinsätze koodrdinieren.

Ob langfristig der Nutzen oder der Schaden für Patienten überwiegen wird, das werden wir, wenn überhaupt, erst in einigen Jahren wissen. Dann wird ein Ausstieg aus dieser Technologie jedoch nicht mehr möglich sein.

Schöne neue Welt! Patientendatenschutz ade!

Aktualisiert am 31. Oktober 2013:
Und heute schreibt die Zeit, dass Ärzte und Apotheker unsere Daten an die Pharmaindustrie verkaufen . Die IMS Data wird darüber not amused sein, pfuscht doch da jemand in ihr lukratives Geschäftsmodell.

Aktualisiert am 19.12.2013

„Die dunkle Seite von Whats App“

http://www.androidpit.de/die-dunkle-seite-von-whatsapp-nutzungsbedingungen

 

 

 

 

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Angebliche Registrierung beim WikiLeaks-Forum

Hier nun die angekündigte eMail-Nachricht. Für den Inhalt der Nachricht ist deren Verfasser  verantwortlich. 

Hallo,
 
ich bin einer der Admins des WikiLeaks Forum. Wir sind eben auf euren Artikel gestoßen. Wir würden dazu gern ein paar Sachen sagen.
 
Zwar hatte WikiLeaks einmal von uns verlangt, ihnen sämtlich 15.000 Email Adressen der Mitglieder unseres Forums zu geben, doch haben wir aus Datenschutzgründen abgelehnt. Sofern sich nicht jemand wiederrechtlich und ohne unser Wissen Zugang dazu verschaffen konnte (was wir für ausgeschlossen halten, da das Forum über gute Sicherheitsvorkehrungen verfügt) wurden die Email-Adressen unserer Mitglieder niemals an Dritte weitergegeben. Wir gehen daher davon aus, dass die Seite wlfriends.org registrierte Email-Adressen an die Verfasser dieser Email weitergegeben hat.
 
Es handelt sich dabei jedenfalls um eine böswillige Attacke, wie wir sie schon lange immer wieder erdulden mussten; keinesfalls sprechen die Verfasser der Nachricht für die „Friends of WikiLeaks“ Gemeinschaft. Auf der FOWL Facebook Seite erschien eine Entschuldigung: https://www.facebook.com/WikiLeaks.FoWl/posts/597162466988766
 
Die Attacken, die wir bisher erdulden mussten, kamen zum einen von einer kleinen Gruppe Menschen, die einen persönlichen Hass gegen den Gründer des Forums und das Forum selbst hegen, daher nicht weiter beachtenswert sind. Zum anderen jedoch befanden sich unter den Angreifern zwei Accounts, die zur Entourage Assange’s zählen, wahrscheinlich sogar von ihm selbst kontrolliert werden, wie wir stark vermuten: @gerge42 und @marthagroup.

Bisher war das Assange’s modus operandi, er griff uns nicht direkt an sondern verbarg sich hinter Dritten, sodass nichts direkt auf ihn zurückzuführen war. Als er die Entschuldigung auf der FoWL Seite sah, verlor er allerdings seine Kontrolle und ließ sich hierzu verleiten:
https://twitter.com/wikileaks/status/387193725790588928
Noch bemerkenswerter ist der zweite Tweet von @wikileaks in dem Gesrpäch, in dem Julian behauptet „There is no ‚FoWL USA‘; it is a fraud on the public, as is @wikileaks_forum“
Damit versetzt er nicht nur seinen Unterstützern in den USA ein Ohrfeige (https://twitter.com/wikileaks_forum/status/387223019271094272) sondern macht sich u.U. auch strafbar, verstößt aber jedenfalls gegen die Twitter-Vorschriften, indem er uns „fraud“, also „Betrug“ vorwirft. Sollte der Tweet gelöscht werden verfügen wir natürlich über Screenshots.
 
Auch im Forum wurde die Frage nach diesen Emails aufgebracht, siehe hierzu: http://www.wikileaks-forum.com/wikileaks-supporters-forum-wikileaks-news/23/whats-the-problem-between-wikileaks-and-the-forum/23802/msg54249#msg54249
 
Abschließend befindet sich hier ein Post, das die Geschichte des Forums seit seiner Gründung mit Hilfe und offizieller Unterstützung von WikiLeaks dokumentiert: http://www.wikileaks-forum.com/our-mission-statement/2/facts-about-the-wikileaks-forum/23849/
 
Wir freuen uns jederzeit, weitere Fragen zu beantworten!
 
Viele Grüße,
 
Admin

 

Update.

Hatte gerade ein interessantes Gespräch zu diesem Thema. Warte jetzt auf die versprochenen Infos.

Hier noch ein Link zum Forum: http://www.wikileaks-forum.com/our-mission-statement/2/mission-statement/2365/

Diese eMail wurde heute versandt. Was dahinter steckt ist nicht wirklich ersichtlich. Die Nachricht wurde auch an Leute geschickt, die dort gar nicht registriert sind. Wer weiß mehr darüber? Die Einträge und Kommentare auf dieser Seite zeigen, dass bislang keine Klarheit herrscht. http://bit.ly/1hyO4LD

Dear user,

You are contacted because you are still registered with wikileaks-forum.com. This is to warn you that this website can not be trusted. People joined this forum in the belief that they were becoming members of WikiLeaks’ official forum, a place to express and nurture their support. Regrettably, this is not true anymore.

The forum site owner lost the trust of WikiLeaks as he pursues his own agenda. Over the past few months, he openly turned against WikiLeaks. Several forum administrators and moderators have been replaced by new staffers who can not be considered as supporters of WikiLeaks. One of the forum’s co-founders turned out to be a paid FBI informant.

Some months ago, the forum staff decided to remove the „Syria Files“ board from the forum claiming that the release of the Syria Files would „only support the destruction of an elected government resulting in the deaths of over 60,000 innocent Syrians.“ The forum staff blamed WikiLeaks for being „part of a propaganda war against a sovereign state“ and repeatingly insinuated a connection between the Syria Files release and the deaths of civilians.

The forum staff aggressively attacks WikiLeaks on Twitter, frequently claiming to speak on behalf of the 15,000 registered forum users. The latest incident: In response to WikiLeaks’ extensive criticism of the upcoming anti-WikiLeaks movie „The Fifth Estate“, the forum staff tweeted: „People aren’t stupid, they don’t need to be brainwashed by WikiLeaks.“

WikiLeaks has publicly distanced itself from the forum and stated:
„The ’WikiLeaks Forum’ is not run or endorsed by WikiLeaks and has no connection to WikiLeaks whatsoever.“

If you want to support WikiLeaks then stop supporting this forum.

It is strongly recommended not to trust the forum staff. Note that most staffers use several identities (e.g. Jerbar and Riney actually is one person). Be aware that ANY conversation with staffers is logged and kept for future use.

If you wish to keep informed on WikiLeaks related matters, there are several credible websites you can turn to, like This Day in WikiLeaks and WikiLeaks Press.

Regards,
Friends of WikiLeaks

This is a one-off mailing only. Please do not reply to this e-mail.
We will not be sending any further messages to your e-mail address.
The senders are not affiliated with WikiLeaks.

 

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Welt-Mädchentag: Ozeaneum Stralsund ganz in Pink

Kinderhilfswerk Plan setzt am 11. Oktober in Stralsund und bundesweit Zeichen

 Zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober macht das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland mit einer einzigartigen Aktion auf die Situation von Mädchen in Entwicklungsländern aufmerksam: In ganz Deutschland erstrahlen bekannte Gebäude und Wahrzeichen in Pink, so auch das Ozeaneum Stralsund. Auf Initiative von Plan und seiner Aktionsgruppen setzen weiterhin der Berliner Funkturm, der Hamburger Michel, die längste Burg der Welt im bayerischen Burghausen, das Schweriner Schloss sowie viele weitere prägnante Stätten pink leuchtend Zeichen für die Rechte von Mädchen.

In vielen Ländern werden Mädchen benachteiligt und diskriminiert, oft sind sie Gewalt schutzlos ausgeliefert. Im Rahmen seiner Kampagne Because I am a Girl setzt sich Plan weltweit für die Belange von Mädchen ein. Am Welt-Mädchentag, dem 11. Oktober, wird Plan dieses Jahr mit Veranstaltungen bundesweit auf die Situation von Mädchen in Afrika, Asien und Lateinamerika aufmerksam machen, damit sie die gleichen Chancen erhalten wie Jungen und mindestens neun Jahre zur Schule gehen können.

Unterstützung bekommen Plan und seine Kampagne Because I am a Girl auch aus Stralsund. Mit einem Stand informiert die Plan-Aktionsgruppe Vorpommern/Rügen am 11. Oktober im Foyer des Ozeaneums über die Arbeit von Plan für mehr Chancengleichheit von Mädchen weltweit. Am Abend wird das Ozeaneum pink angestrahlt.

Der internationale UN-Tag wurde auf Initiative von Plan ausgerufen. Am ersten Welt-Mädchentag im vergangenen Jahr leuchteten Wahrzeichen und Monumente auf der ganzen Welt, darunter das Empire State Building in New York, das Riesenrad London Eye, die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen oder die Niagara Wasserfälle.

Der Auftakt zum diesjährigen Welt-Mädchentag findet am 10. Oktober 2013 in Berlin statt. Zum zweiten Mal führt die Kinderhilfsorganisation an diesem Tag die Verleihung des Ulrich Wickert Preises für Kinderrechte durch. Am 11. Oktober 2013 richtet der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg anlässlich des Welt-Mädchentages einen Empfang zu Ehren von Plan International Deutschland aus. In diesem Rahmen stellt Plan auch seinen neuen Because I am a Girl-Report vor, dieses Jahr zum Thema „Mädchen in Katastrophensituationen“.

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Close-up im EMP-Museum

Close-up im EMP-Museum: Was haben Barack Obama, George Clooney und Andre Agassi gemeinsam?

EMP von oben (Spaceneedle)
Foto: © Hans-J. Hinken

Das Experience Music Project (EMP) Museum in Seattle ist von November bis Februar um eine Attraktion reicher: Die Ausstellung „Martin Schoeller: Close Up“ zeigt hautnahe Porträtaufnahmen von etwa 50 Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Musik und Showbiz. Um die Gleichheit aller Menschen hervorzuheben, sieht man ebenfalls Fotografien von „nicht-berühmten“ Menschen aus dem Alltag.

Foto: © Hans-J. Hinken

Unter den spektakulären großflächigen Headshots befinden sich unter anderem Barack Obama, Angelina Jolie, Brad Pitt, George Clooney, Andre Agassi, Kanye West, Cate Blanchett, Jack Nicholson und Meryl Streep. Der Fotograf Martin Schoeller nennt diese Bilder selbst „Close-Ups“. Durch die einzigartigen Aufnahmen kommt der Betrachter dem Abgebildeten näher, als selbst eine persönliche Begegnung es ermöglichen würde. In einer stets gleichen Technik misst Schoeller die Augenhöhe seines Gegenübers und bringt dann die Kameralinse genau auf gleiche Höhe. Statt eines Kamerablitzes verwendet er weiches Neonlicht – so entstehen auch die charakteristischen „Katzenaugen“.

Der 1968 in München geborene Martin Schoeller ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Porträtfotografen. Nach dem Studium der Fotografie in Berlin und in Hamburg arbeitete er für vier Jahre als Assistent von Annie Leibovitz in New York, bevor er 1996 seine eigene Karriere begann. Schoeller arbeitet regelmäßig für renommierte Magazine wie „Rolling Stone“, „GQ“ und „Vogue“.

Die menschlichen Gesichter sind ab dem 16. November 2013 bis zum 16. Februar 2014 im Experience Music Project (EMP) Museum in Seattle zu bewundern.

Das Museum befindet sich am Seattle Center, direkt neben der berühmten Space Needle, und zeigt innovative und kreative Ausstellungen rund um die Themen Musik, Science Fiction und Popkultur. Es bietet somit einen unterhaltsamen Einblick in die kulturellen Aspekte der heutigen Zeit. Derzeit sind im EMP Museum außerdem noch folgende Ausstellungen zu sehen:

–       Women Who Rock: Vision, Passion, Power

–       Fantasy: Worlds of Myth and Magic

–       Hear My Train a Comin’: Hendrix Hits London

–       Icons of Science Fiction

–       Can’t Look Away: The Lure of Horror Film

–       Nirvana: Taking Punk to the Masses

Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 17 Uhr. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.EMPmuseum.org und www.facebook.com/EMPmuseum.

Das EMP ist immer einen Besuch wert – das sogar unabhängig von den Ausstellungen. Alleine das Gebäude ist eine Sehenswürdigkeit.

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ANDY WARHOL – ZEICHNUNGEN DER 1950er JAHRE

Ab 14. September 2013: Wiedereröffnung der Pinakothek der Moderne ANDY WARHOL – ZEICHNUNGEN DER 1950er JAHRE

 Eröffnung: Ausstellungsdauer:

 11.09.2013 | 18.30 14.09. – 17.11.2013

Staatliche Graphische Sammlung München in der Pinakothek der Moderne

Andy Warhol – Zeichnungen der 1950er Jahre
Andy Warhol (1928-1987), Ohne Titel (Two Men), um 1956
Tusche auf Papier, 58,3 x 73,3 cm, Courtesy: Daniel Blau Munich/London © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.

Mit dieser Präsentation weitgehend unbekannter Arbeiten eines der am meisten diskutierten Künstler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts feiert die Staatliche Graphische Sammlung die Wiedereröffnung der Pinakothek der Moderne nach ihrer Renovierung. Es werden ca. 180 Zeichnungen in den unterschiedlichsten Techniken gezeigt, die zum größten Teil Leihgaben von Daniel Blau aber auch anderer privater Sammler sind. Die Ausstellung wurde bereits zuvor mit großer Resonanz im Louisiana Museum of Modern Art in Humlebaek und im Teylers Museum in Harlem gezeigt.

Im Nachlass von Andy Warhol wurde 2011 ein umfangreiches Konvolut von Zeichnungen des Künstlers aus den 1950er Jahren, Warhols früher Zeit in New York, gefunden. Bereits in diesen Blättern legt Warhol das Fundament seines gesamten späteren Schaffens. Wir begegnen Porträts, Blumen, Demonstranten, Pistolen, Autounfällen sowie berühmten Persönlichkeiten.

Die Zeichnungen offenbaren einen Künstler, der die ihn umgebende Welt nicht nur visuell aufnahm, sondern sie bereits als Bild reflektierte. Oft fand Warhol seine Bildwelt in der Straßenfotografie, doch verwandelte er deren Realismus in eine spezifische Emblematik. Früh begegnen wir seiner erstaunlichen Fähigkeit, die draußen vorgefundene Wirklichkeit ins Ikonenhafte zu transferieren. Die Blätter sind durchgängig von einem experimentellen, innovativen Geist geprägt. Warhol bediente sich schon hier permanent repetitiver, konzeptueller Mechanismen, bei denen dem Fragmentarischen und Additiven, der Nachzeichnung und dem Abklatschverfahren ein künstlerischer Stellenwert zukommt, und die seine 1960 einsetzende Beschäftigung mit jenen druckgraphischen Methoden des Siebdrucks – mit denen der Künstler zu Weltruhm gelangen sollte – bereits im Keim enthalten.

Ein bedeutendes Blatt aus dem hier vorgestellten Konvolut gelangte kürzlich durch Ankauf von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne in die Staatliche Graphische Sammlung München.

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World Health Summit 2013 in Berlin

3. Themenschwerpunkt: Forschung und Innovation

Auswärtiges Amt Berlin, 20. – 22. Oktober

Christine Godt, WHS 2012

Medizinische Innovation erreicht nur einen Bruchteil der Menschen
weltweit. Inwieweit können neue Entwicklungen wie die Genom-Forschung
oder Big Data dabei helfen, Menschen überall auf der Welt besser zu
versorgen? Und wie kann eine allgemeine Gesundheitsversorgung trotz
der Folgen der Finanzkrise bezahlt werden?

Um Antworten auf solche drängenden Fragen geht es auf dem World
Health Summit 2013 im Auswärtigen Amt in Berlin. Internationale
Experten bieten und diskutieren Lösungsansätze im Themenschwerpunkt
„Research and Innovation“.

Sharon Vasuthevan, WHS 2012

Bestätigte Sprecher sind unter anderem:

– Jacques Attali (Präsident, Planet Finance)

– Hiroaki Kitano (Präsident, The Systems Biology Institute)

– Mikkel Oestergaard (Epidemiologe, Roche)

– Robert Sebbag (Vizepräsident “ Access to Medicines“, Sanofi)

– Robert Terry (Programme Manager, WHO)

– Pan-Chyr Yang (Dekan, National Taiwan University)

– Yongyuth Yuthavong (Senior Researcher, Science & Technology
Development Agency, Thailand)

Die weiteren Themenschwerpunkte sind:

– Global Health for Development

– Evidence to Policy

– Education and Leadership

Der World Health Summit steht unter der Schirmherrschaft von
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François
Hollande und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Der WHS
bringt jedes Jahr über 1.000 Teilnehmer aus mehr als 80 Ländern nach Berlin, um an gemeinsamen Lösungen für die weltweite
Gesundheitsversorgung zu arbeiten und die internationale
Zusammenarbeit zu verbessern.

 

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Gebrauchte Smartphones umweltgerecht weiterverkaufen

Recycling von Elektroschrott

Gebrauchte Smartphones umweltgerecht weiterverkaufen

Wir haben keine Erfahrung mit dem Angebot, aber es klingt sehr interessant.

Pressemitteilung

Mainz, 18. Juni 2013. Ob gebraucht, kaputt oder einfach nicht mehr die aktuelle Technologie: Die Anzahl alter Handys und Smartphones in deutschen Haushalten steigt. So lagen laut einer Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM im Dezember 2012 bereits etwa 85,5 Millionen alte und ungenutzte Handys in den Schubladen der Verbraucher. Doch was geschieht mit der Altelektronik, wenn sie nicht mehr aktuellen technologischen Standards entspricht? Die SELLBOX GmbH & Co KG, Betreiber der Ankaufsplattform für gebrauchte Mobiltelefone und Tablet-PCs sellbox.de (http://www.sellbox.de), gibt Tipps. Weltweit entstehen pro Jahr laut einer Schätzung der UN fast 40 Millionen Tonnen Elektroschrott, Tendenz steigend. „Nutzer möchten die aktuellsten Gadgets und neuesten Smartphones, aber kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was mit dem Elektroschrott passiert“, sagt Alexander Both, Gründer und Geschäftsführer von SELLBOX. Häufig landen Altgeräte dann im Hausmüll, auch wenn das nicht erlaubt ist und der Umwelt in hohem Maße schadet. „In den Geräten enthaltene Chemikalien sickern ins Grundwasser und richten erhebliche Schäden an. Darüber sollten sich Verbraucher bewusst sein und an Alternativen denken“, so Both weiter. Verschiedene Optionen zur Altgeräte-Entsorgung So bieten beispielsweise Mobilfunkanbieter die Möglichkeit, Altgeräte zu entsorgen. Diese können im Laden abgegeben oder per Post eingesandt werden. Auch das Recycling bei städtischen Recyclinghöfen ist eine Option. Wer allerdings gerne noch etwas Geld mit seinen gebrauchten Geräten verdienen und gleichzeitig die umweltgerechte Entsorgung oder Weiterverarbeitung sicherstellen möchte, sollte über einen Verkauf seiner Geräte nachdenken. Hierfür eignen sich sogenannte reCommerce-Plattformen wie sellbox.de http://www.sellbox.de). So werden hier die Geräte nach Wareneingang geprüft und nach Gebrauchszustand unterschieden. Kann das Gerät nicht mehr repariert werden, wird es recycelt und die Batterien werden gesondert entsorgt. Ist eine Reparatur noch möglich, wird das Gerät an spezialisierte Händler weiterverkauft. „Nutzer haben die Chance, per Internet ohne großen Aufwand etwas für den Umweltschutz zu tun und dabei auch noch Geld zu verdienen. Dabei führen wir standardmäßig eine kostenfreie Datenlöschung durch, sodass bei einem Weiterverkauf keinerlei persönliche Daten in Umlauf geraten.“ Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.sellbox.de. Über SELLBOX: Die SELLBOX GmbH & Co KG wurde im Jahr 2010 durch Alexander Both in Köln gegründet und firmiert nun vom Unternehmenssitz in Mainz aus. Das reCommerce-Unternehmen betreibt mit der Plattform www.sellbox.de ein Ankaufsportal für gebrauchte Mobiltelefone, wobei der Fokus hierbei auf hochwertigen Elektronik-Geräten wie Smartphones und Tablets liegt. Nutzer, die ihr mobiles Endgerät – ob gebrauchsfähig oder nicht – verkaufen möchten, können dies bei SELLBOX in nur drei Schritten erledigen. Den errechneten Preis erhalten sie anschließend ohne spätere Nachverhandlungen per PayPal- oder Banküberweisung innerhalb von 24 Stunden. Statt einer Überweisung können Anwender den Betrag auch in Form eines Gutscheins von einem SELLBOX-Partner ausbezahlt bekommen oder einem guten Zweck spenden. Die gebrauchsfähigen Smartphones, die bei SELLBOX eingehen, werden weiterverkauft. Sind sie nicht mehr funktionstüchtig, werden die alten Geräte umweltgerecht recycelt.

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Das neue Buch von Hans-Ulrich Grimm: „Wie uns die Zucker-Mafia krank macht“

„Garantiert gesundheitsgefährdend“

Wie uns die Zucker-Mafia krank macht

  Hans-Ulrich Grimm hat in seinem neuen Buch gründlich recherchiert. Was dabei über die Zuckerindustrie, die Politik und die Wissenschaft zu Tage gefördert wurde, ist keine leichte Kost. Oder hätten Sie geglaubt, dass die WHO  (Weltgesundheitsorganisation) und die FAO (Welternährungsorganisation) sich vor den Karren der Zuckerlobbyisten spannen lassen? So jedoch geschehen bei der Veranstaltung mit dem Titel „Carbohydrates in Human Nutrition“. Die teilnehmenden Wissenschaftler kamen überein, dass 55% bis 75 % das Limit bei der Gesamtaufnahme von Kohlehydraten  der täglichen Kalorienmenge sein soll. Doch in der veröffentlichten Fassung fehlte diese Angabe. Mehr noch. Sie wurde ins Gegenteil verkehrt. So lautete die Überschrift der offiziellen Pressemitteilung der Welternährungsorganisation: „Eine Expertenberatung über Kohlehydrate in der menschlichen Ernährung hat zusammengefasst, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen dem Konsum von raffiniertem und anderem Zucker und Lifstyle-Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten und Übergewicht. Die Experten fanden auch, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass Zucker bei Kindern Hyperaktivität verursacht.“

Teilnehmer der Konferenz wie die Professoren Mann und Cummings waren fassungslos und erbost über die Verfälschung, schreibt Grimm.

Dem Zucker wird ein gehöriges Suchtpotential bescheinigt. Wo man geht und steht: Die süße Verführung lauert überall. Hirnforscher haben inzwischen herausgefunden, wo der Zucker wirkt. Er stimuliert Regionen tief im Innern des Gehirns. Dort befinden sich die Rezeptoren für Dopamin. Dies Hormon ist für unsere Glücksgefühle zuständig.

Besonders viel Zucker nehmen wir – teils auch unbemerkt – durch Getränke und industriell gefertigte Lebensmittel auf. Gerade Kinder und Jugendliche sind durch süße Getränke besonders gefährdet. Im Durchschnitt nehmen US-Teenager täglich 15 bis 20 Teelöffel Zucker aus Softdrinks auf. Das bekannteste unter den Softdrinks ist Coca Cola, das 106 Gramm Zucker pro Liter enthält.

Der unbemerkte Zuckerkonsum beginnt allerdings schon viel früher. Bereits im Mutterleib werden Babys auf Zucker-Abhängigkeit programmiert. Fortsetzung folgt: Zucker in Baby-Tees und Babynahrung.

Die Folge des enormen Zuckerkonsums sind Krankheiten, deren Kosten die Gesundheitssysteme weltweit sprengen werden. Den Nutzen hat neben der Zucker- auch die Pharmaindustrie, denn für letztere ist es auch ein Milliardengeschäft. Und dabei geht es nicht nur um Adipositas und Diabetes, die inzwischen auch vermehrt bei Kindern und Jugendlichen auftreten, sondern um alle anderen Lifestyle-Krankeiten auch.

Doch der Zucker hat noch andere Schattenseiten: Sklaverei und Kinderarbeit. Der britische Historiker Noel Deerr schreibt: „Wenn wir sagen, dass 20 Millionen Afrikaner dem Sklavenhandel zum Opfer gefallen sind, liegt darin keinerlei Übertreibung. Allein zwei Drittel dieser Opfer sind dem Zucker zuzuschreiben.“ Blutiger Zucker für süße Versuchungen!

Die Zuckerbarone hingegen leben auf der Sonnenseite. Sie treffen sich jedes Jahr bei strahlend blauem Himmel im exklusiven Hotel „The Breakers“  in Palm Beach. Ihre Organisationen residieren an den vornehmsten Plätzen der Welt. Das können sie sich auch leisten, denn nicht nur die Verkäufe, sondern auch die Subventionen durch die Politik sind gigantisch. Alleine in den USA kassieren die Zuckerbarone Subventionen in Höhe von 560 Millionen Dollar jährlich. Auch in Europa fließt reichlich Geld für die Zuckerindustrie. Damit aber nicht genug. Sogar wer Zucker unters Volk bringt, verdient reichlich Geld. Red Bull bekam z. B. in einem Jahr knapp 10 Mio Euro. Auch Coca Cola kassiert fleißig mit. Selbst Ritter Sport, Marmeladenhersteller Schwartau und die Bonbonfabrik Storck sind Nutznießer. Natürlich auch Haribo und Ferrero. Damit aber nicht genug. Selbst Philip Morris erhielt in einem Jahr in Deutschland 540.000 Euro für den Export von zuckerhaltigen Zigaretten.

Zum Dank treten die Zuckerbarone gerne als Wohltäter und Sponsoren auf. Sowohl in den USA als auch hierzulande fließt reichlich „süßes“ Geld in die Parteikassen.Wie heißt es im Volksmund so schön: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“

Ohne die Wissenschaft geht es natürlich nicht. Während ein Teil der Wissenschaftler, wie Prof. Robert H. Lustig (http://youtu.be/dBnniua6-oM), sich dem Kampf gegen den Zucker verschrieben hat, lassen sich andere gerne von der Zuckerindustrie über Sponsoring und Forschungsgelder unterstützen. Die Professoren Reinhold Kluthe aus Freiburg und Heinrich Kasper aus Würzburg haben scheinbar keine Berührungsängste mit der Zuckerindustrie. Der Bonner Professor Peter Stehle gründete zusammen mit dem Direktor des Lebensmittelchemischen Institutes des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie das „Bonner Forum Ernährungswissenschaft“.

Doch auch wenn wir uns selbst strenge Disziplin in Sachen Zuckerkonsum auferlegen, werden wir uns nur mühsam vom Zucker fernhalten können. Wer auf Kantinenessen oder Fertiggerichte angewiesen ist, hat schlechte Karten, den eigenen Zuckerkonsum dauerhaft zu reduzieren.

Hans-Ulrich Grimm

In seinem Buch klärt Grimm fundiert über die gesundheitlichen Risiken des Zuckers auf, zeigt Verflechtungen der Zuckerindustrie mit der Politik, erzählt Historisches über den Zucker und seinen Einzug in unser aller Leben. Am Ende beschäftigt sich der Autor auch mit der süßen Alternative Stevia, die bereits das Interesse der Lebensmittelindustrie geweckt hat.

Wer auch nur das geringste Interesse an gesunder Ernährung hat, wer wissen will, wie unserer Gesundheit auf Staatskosten geschadet wird, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Hans-Ulrich Grimm schreibt sehr gut verständlich und spannend zugleich.  Ria Hinken

„Garantiert gesundheitsgefährdend“  Wie uns die Zucker-Mafia krank macht

Hans-Ulrich Grimm, erschienen bei Droemer, 304 Seiten, 18,00 €

Gewinen Sie eines von 4 Exemplaren, die uns der Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Hinterlassen Sie Ihre Meinung in einem Post hier auf unserer Seite, dann nehmen Sie an der Verlosung teil. Dazu benötigen wir natürlich Ihre eMail-Adresse, damit wir Sie benachrichtigen können. Ihre Daten werden bei uns NICHT für Werbezwecke gespeichert oder weitergereicht. Sobald die Verlosung abgeschlossen ist, werden die Daten gelöscht.

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Im Durchschnitt isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere

„Fleischatlas“ stellt globale Auswirkungen des steigenden Fleischkonsums dar. Heinrich-Böll-Stiftung und BUND fordern Kehrtwende in der Agrarpolitik

Im Durchschnitt isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere, verteilt auf vier Rinder, vier Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Mit einem

jährlichen Fleischverzehr von rund 60 Kilogramm essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. In den ärmsten Ländern der Welt liegt der Fleischkonsum unter 10 Kilogramm pro Jahr.

Zugleich produzieren deutsche Fleischfabriken etwa 17 Prozent mehr Fleisch als verzehrt wird. Fast zwei Drittel der hiesigen Agrarflächen dienen inzwischen der Erzeugung von Futtermitteln. Diese und viele weitere Zahlen und Fakten enthält ein „Fleischatlas“, der in Texten und Grafiken die globalen Zusammenhänge der Fleischerzeugung aufzeigt und von der Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegeben wurde.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: „Die intensive Fleischproduktion ist nicht nur qualvoll für die Tiere und belastet die Umwelt, sondern verschlingt gleichzeitig riesige Mengen an Rohstoffen, die wir als Futtermittel aus Ländern des globalen Südens importieren. Nach China ist Europa der größte Importeur von Soja. Argentinien und Brasilien erweitern in großem Stil ihre Anbauflächen für die Sojaproduktion. Das liegt fast ausschließlich am Sojahunger unserer Schlachttiere. Der steigende Fleischkonsum macht Land mehr denn je zu einem wertvollen Gut“, so Unmüßig weiter. Dies habe verheerende Folgen: „Mittlerweile nutzen wir nahezu ein Drittel der weltweiten Landflächen für die Futtermittelproduktion, während die Kleinbauern zunehmend ihr Land und damit ihre Nahrungs-und Existenzgrundlage verlieren. Das Schnitzel auf unserem Teller geht also nicht selten auf Kosten der Ernährungssicherheit zahlreicher Menschen im Süden dieser Welt“, kritisierte Unmüßig.

„Wir brauchen eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. Das heißt: Subventionen für die intensive Fleischproduktion streichen, Landnahme im Süden verhindern, die kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern und das Menschenrecht auf Nahrung endlich ernst nehmen“, forderte Unmüßig.

Der Fleischatlas zeigt auch, wie hoch der Einsatz von Antibiotika zur Gesunderhaltung der Tiere in der globalen Massenproduktion von Fleisch ist. Im weltweiten Ranking liegt Deutschland mit geschätzt etwa 170 Milligramm eingesetzten Antibiotika pro Kilo erzeugtem Fleisch auf einem der vorderen Plätze. Ergebnis davon ist die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen. Europaweit sterben im Jahr rund 25000 Menschen auf Grund von Antibiotika-Resistenzen.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kritisierte in diesem Zusammenhang Agrarministerin Ilse Aigner: „Deutschland scheint Exportweltmeister bei Hühnern und Schweinen werden zu wollen. Es werden weiter neue Megaställe gebaut, deren Förderung Fleisch beim Discounter scheinbar billig macht. Tatsächlich zahlen die Verbraucher einmal beim Kauf des Fleisches, dann mit Steuergeld für neue Ställe und Schlachthöfe und drittens für die Umwelt- und Gesundheitsschäden. Bundesagrarministerin Aigner hat es nicht geschafft, hier Veränderungen einzuleiten“, sagte der BUND-Vorsitzende.

Der BUND setze sich dafür ein, bei der laufenden EU-Agrarreform die Vergabe der 60 Milliarden Euro Subventionen an strenge Umwelt- und Tierschutzauflagen zu binden. „2013 muss die Bundesregierung zeigen, dass sie Lokomotive der EU-Agrarreform ist und nicht deren Bremserin“, sagte der BUND-Vorsitzende. Deshalb rufe sein Verband zu der Demonstration WIR HABEN AGRARINDUSTRIE SATT! auf am 19. Januar in Berlin anlässlich der Messe „Grünen Woche“ und des internationalen Agrarministergipfels.

Gemeinsame Pressemitteilung der Heinrich-Böll-Stiftung und desBund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

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Gefahr im Virtuellen Datenraum – die Cloud wird schnell zum Problem

Amerikanische Behörden müssen auf Wunsch jederzeit Zugriff auf sämtliche in den USA gespeicherten Daten haben

Softwareverband: Datenschutz bei M&A-Transaktionen gewährleisten

• Software-Initiative Deutschland e.V. (SID) warnt deutsche Wirtschaft vor allzu sorglosem Umgang mit vertraulichen Unterlagen

• Gerade bei geschäftskritischen Transaktionen wie Mergers & Acquisitions (M&A) ist die Gefahr besonders groß

• Virtuelle Datenräume bieten durch ein streng kontrolliertes Umfeld Sicherheit und Vertraulichkeit für die Unterlagen

Köln/Bonn, 19. Dezember 2012 – Die Software-Initiative Deutschland e.V. (SID, www.softwareinitiative.de) warnt die deutsche Wirtschaft vor allzu sorglosem Umgang mit vertraulichen Unterlagen. Dazu zählt der Softwareverband in erster Linie Finanzdaten, Vorstandsverträge, technische Dokumentationen, Umweltgutachten und Preislisten mit Großkunden. Gerade bei geschäftskritischen Transaktionen wie Mergers & Acquisitions (M&A) ist die Gefahr nach Angaben von Jan Hoffmeister, SID-Arbeitskreisleiter „Virtueller Datenraum“, besonders groß: „In M&A Transaktionen geben Unternehmen freiwilligen Zugang zu kritischen Dokumenten an Dritte, wie bspw. Konkurrenten. Diese haben natürlich ganz andere Interessenslagen“, betont der M&A-Experte. Abhilfe verspricht laut Softwareverband der Einsatz virtueller Datenräume, die durch ein streng kontrolliertes Umfeld – wie etwa ein ausgefeiltes Berechtigungskonzept – Sicherheit und Vertraulichkeit für die Online-Betrachtung geschäftskritischer Daten bieten.

Wie bereitwillig viele Firmen ihre Daten an Dienstleister mit Sitz und Servern in den USA geben, zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT)*. Ein Grund für den laxen Umgang mit geschäftskritischem Material ist, dass datenschutzrechtliche Richtlinien oft unbekannt sind. Entsprechend verweist das Fraunhofer-Institut darauf, dass bisher noch keine weltweit einheitlichen Datenschutzregelungen festgelegt wurden. „Das wird bei amerikanischen Anbietern von Speicherdiensten in der Cloud zum Problem, denn sämtliche US-Infrastructure-Dienste unterliegen dem dortigen Heimatschutzrecht. Der Patriot Act besagt, dass amerikanischen Behörden auf Wunsch jederzeit Zugriff auf sämtliche dort gespeicherte Daten gewährleistet werden muss“, erläutert Hoffmeister, der neben seiner Verbandstätigkeit bei der SID auch Geschäftsführer beim SaaS-Spezialisten Data Room Services (www.drooms.com

) ist. „Der mögliche Zugriff durch Dritte auf geschäftskritische Daten ist damit quasi im US-Gesetz geregelt.“

Der Immobilienwirtschaftsrechtler Jan Wunschel (Anwaltskanzlei Sibeth) warnt vor möglicherweise schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen, die durch den Zugriff Dritter auf geschäftskritische Daten entstehen können. „Die Palette möglicher Folgen erstreckt sich von Schadensersatzansprüchen bis hin zu der Unwirksamkeit des Kaufvertrages. Ich kann Unternehmen nur empfehlen, Anbieter für virtuelle Datenräume mit Servern in Deutschland oder zumindest innerhalb der EU zu beauftragen, um geplante Transaktionen nicht zu gefährden.“

M&A-Experte Hoffmeister beschreibt den virtuellen Datenraum als eine internetbasierte Plattform, die den unterschiedlichen Parteien auf Käufer- und Verkäuferseite parallel zueinander einen sicheren Onlinezugriff auf vertrauliche Dokumente ermöglicht. Im Rahmen der Due Diligence (Sorgfältigkeitsprüfung) analysieren potentielle Käufer im virtuellen Datenraum vertrauliche, transaktionsrelevante Unterlagen wie Verträge, Abrechnungen und Vollmachten, die die wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Verhältnisse des Verkaufsobjekts widerspiegeln. Sicherheit und Vertraulichkeit garantiert ein ausgefeiltes Berechtigungskonzept. Dieses regelt, welche Nutzer zu welcher Zeit welche Dokumente sehen, drucken oder speichern dürfen.

* Die komplette Studie des Fraunhofer Instituts steht zum Download bereit unter: http://www.sit.fraunhofer.de/de/cloudstudy.html

Die Software-Initiative Deutschland e.V. (SID) wurde als IT- und Softwareverband gegründet, um auf die wachsende Bedeutung von Software in immer mehr beruflichen, unternehmerischen und privaten Lebensbereichen aufmerksam zu machen. Auf etwa 2 Billionen Euro werden die Investitionen der Verbraucher, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand in Computersoftware geschätzt. Die SID versteht sich als Diskussionsforum der Fachleute und hat zugleich die Aufklärung der Verbraucher zum Ziel. Darüber hinaus entwickelt die Software-Initiative Arbeitskreise, Foren und Plattformen zur Adressierung des deutschen Marktes, beispielsweise für Softwareentwicklung, SaaS virtuelle Datenräume und die Weiterentwicklung des Internets. Die SID versteht sich als integrierender Verband, der gerne mit anderen Verbänden, Organisationen und Unternehmen zusammenarbeitet.

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